GPM Gesellschaft für Psychologische Morphologie e.V.

Methode

„Methode ist Nach-Bilden der Kunst des Seelischen.“

Wilhelm Salber, 1983: Psychologie in Bildern. Bouvier S. 27

Der Untersuchungsgang der psychologischen Morphologie ist eine Entwicklungs-Methode, denn sie zerlegt ihren Gegenstand nicht in einzelne Elemente, sondern hält ihn als ein Ganzes fest und geht seinen Drehungen und Wendungen mittels psychologischer Beschreibung und Rekonstruktion nach. Das geht nur, wenn man sich Zeit nimmt und sich mit der Eigenlogik der seelischen Gestalten mitbewegt. Wie gehen sie auseinander hervor? In welchen Wendungen suchen sie sich zugleich zu erhalten und zu verwandeln? Was hält sie zusammen und was kann sie zerstören?

Empirische Untersuchungen der psychologischen Morphologie beginnen mit einer ersten beschreibenden Eingrenzung ihres Gegenstandes – zum Beispiel eines Museumsbesuches. Um ein differenzierteres und psychologisch vertieftes Bild zu erhalten, werden im nächsten Schritt Tiefeninterviews mit Besuchern des Museums durchgeführt. Deren Ergebnisse werden in Beschreibungen zusammengefasst und auf Erklärungen zugeführt.

In einem Austausch zwischen Konzept und Phänomen, zwischen Beschreibung und Rekonstruktion wird verfolgt, wie sich der Gang durch das Museum aufbaut, eine Richtung findet, die als ganze durch Verwandlungen hindurchgeht - oder nicht. Das Ziel ist dabei immer, ein Bild vom Entwicklungsgang des untersuchten Gegenstands zu erhalten, das ihn selbst und seine Phänomene nicht zerstört.

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Version vom 26.07.2011 um 12:05:30